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Klassentreffen
- Posted at 2:17 AM on 8/22/2008 by Peter Viele kamen vielleicht schon einmal in diese Situation: Nach langjähriger Diaspora versammelt sich der Kreis der Maturanten eines Jahrgangs irgendwo in einem Cafe, Restaurant oder Hotel, um sich über die Geschehnisse der letzten Jahre auszutauschen. Im Volksmund nennt man diese Ereignisse dann Klassentreffen. Und da kommt auf einmal ein alter Klassenkollege mit dickem BMW vorgefahren und macht auch äußerlich einen äußerst zufriedenen und erfolgreichen Eindruck. Aus diesem Grund, auch wegen seines feinen Anzugs, fragt man ihn also, was er denn so beruflich macht. Er ist Börsenmakler, genauer gesagt Forex-Broker und noch genauer gesagt vornehmlich im Daytrading aktiv. Aha, sowas also. Interessant. Natürlich haben sie nicht den blassesten Schimmer, was und in welcher Sprache der alte Schulfreund ihnen gerade etwas über seine Profession erzählt hat. Deshalb hier eine kurze Aufklärung: Forex steht für „foreign exchange“, also Fremdwährungen beziehungsweise –Vorsicht, noch mehr Fachlatein- Devisenhandel. Er makelt also Währungen und versucht aus den Kursunterschieden Gewinne zu erzielen, was ihm, vertraut man seinem Auftreten, ganz gut gelingen dürfte. Daytrading meint, dass er diese Währungen in sehr kurzer Zeit, also innerhalb eines Börsentages handelt. Dies kann vor allem bei sehr kurzfristigen und relativ leicht voraussagbaren Kursentwicklungen praktisch sein, zum Beispiel, wenn der Notenbankpräsident eine Zinssenkung bekannt macht. Dann werden nämlich genug kurzfristig in einen gestiegenen Dollar (im Vergleich zu Yen oder Euro) setzen und mit einem kurzfristigen, aber hohen, Mitteleinsatz, lässt sich so sehr schnell Geld herausschlagen. Natürlich ist das Risiko gegeben, dass keiner sonst einen positiven Effekt erkennen will und man damit mit seiner Spekulation allein und nicht gerade erfolgreich dasteht. Man kann sich ja bei Interesse genauer mit dem Thema beschäftigen, das hier war nur ein kurzer Leitfaden, damit man nicht komplett blank dem lieben Freund gegenüberstehen muss. Aber man kann ihn wohl auch einfach mit einem „Aha“ abspeisen und zur Bar übergehen. |
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